News - SWS - Sozialwerke Pfarrer Sieber
Apr 17

«Ich habe Schwein gehabt.»

sven

Sven war obdachlos und lebte diesen Winter im Pfuusbus. Obschon er nun eine Arbeit und eine Wohnung gefunden hat, will er im kommenden Winter zurückkehren. Warum und wie, erzählt er hier.

«Ich war seit Anfang Dezember praktisch jede Nacht im Pfuusbus. Dass ich hier landete, gründet in einer Krankheit, die mich arbeitsunfähig machte, weswegen ich dann auch meine Wohnung verlor. Weil ich Alimente für meine zwei Kinder zahlen muss, reichte das Geld einfach nicht mehr für eine Wohnung. Am Anfang lebte ich bei Kollegen. Aber ich wollte denen auch nicht zu lange auf der Tasche liegen. Da hörte ich vom Pfuusbus. Ich habe Schwein, dass ich nur bis im Frühjahr krankgeschrieben war und wieder eine Stelle gefunden habe. Aufs Ende der Pfuusbus-Saison fand ich eine Wohnung, die mir der Arbeitgeber zur Verfügung stellt.

Dafür bin ich dankbar. Ich sehe den Horizont wieder. Dadurch, dass ich hierhergekommen bin, hat sich mein Bild von Obdachlosen stark verändert. Ich finde, man sollte Obdachlosen mehr Respekt entgegenbringen. Obdachlose sind nicht faul und selbst schuld an ihrer Misere, sondern Menschen wie du und ich, denen das Leben oft übel mitspielte. Fast alle standen ihren Mann oder ihre Frau im Berufsleben. Es täte jedem Nicht-Obdachlosen gut, mal auch nur für kurze Zeit obdachlos zu sein. Ich habe hier Freunde gefunden und Momente bereichernder Gemeinschaft erlebt. Auch wenn ich nun wieder arbeite und eine Wohnung habe, werde ich den Pfuusbus und seine Bewohner und Betreuer nicht vergessen. Weil ich auf dem Bau arbeite und dort im Winterhalbjahr oft weniger zu tun habe und Überzeit einziehen muss, will ich im kommenden Winter wieder hierher kommen und freiwillig mitarbeiten.»

Apr 17

Ein Rekord, der zu denken gibt

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Die Pfuusbus-Saison 2017/18 ist zu Ende. Noch nie zählten wir im Pfuusbus, unserer Notschlafstelle für einheimische Obdachlose, und im Iglu, der Notschlafstelle für Arbeitsmigranten, so viele Übernachtungen wie im vergangenen Winter.

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Feb 27

Die Kältepatrouille im Einsatz

Norus Eskandari ist ein erfahrener Patrouilleur. Seit fünf Jahren ist der Fachspezialist bei einem Versicherungsunternehmen als Freiwilliger regelmässig auf Kältepatrouillen für die SWS. Normalerweise werden diese zu zweit gemacht.

An diesem Abend nimmt Norus zwei Interessenten mit auf die Tour. Tobias ist Banker, Pascal studiert Philosophie und Wirtschaft. Beide wollen Notleidenden helfen. Als Norus kurz nach 22 Uhr beim Pfuusbus eintrifft, dem Ausgangspunkt der Patrouille, schlafen im Bus bereits 35 Obdachlose. In der Küche erläutert er den Neuen mit gedämpfter Stimme die geplante Route. Dann beladen die drei das Auto mit Kaffee und heissem Wasser in Thermoskannen, Teebeutel, Pappbecher sowie Getreideriegeln und Sandwiches. Um 23 Uhr geht es los, kreuz und quer durch die nächtliche Stadt.

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Beziehung als Ziel

Auf ihrer Patrouille stossen die drei Männer diese Nacht auf Obdachlose, die in öffentlichen WCs, in Buswartehäuschen und in Unterständen im stadtnahen Wald übernachten. Nach gut vier Stunden beenden sie ihre Suchfahrt. In einem Café im Hauptbahnhof bilanzieren sie die Nacht, erfassen Fundorte, Namen und Zustand der Angetroffenen und machen sich dann gegen 4 Uhr auf den Weg zurück zum Pfuusbus. Heute konnten sie keinen der angetroffenen Obdachlosen zum Pfuusbus fahren. Dennoch lohnte sich die Arbeit: «Es entstanden Beziehungen», sagt Norus Eskandari. «Das ist der Kern unserer Arbeit – und oft der Anfang weiterführender Arbeit.» Lesen Sie den ganzen Text in der aktuellen Sieber Ziitig.

Feb 27

I de Gasse vo Züri – Ei Wuche Obdachlos

Beitrag1 Dominik Widmer

Obdachlosigkeit ist bei uns wenig sichtbar. Doch die steigenden Übernachtungszahlen nicht nur in unseren Notschlafstellen zeigen: Das Phänomen wird zunehmend von einer Randerscheinung zum gesellschaftlichen Problem. Radio 24 nimmt sich der Entwicklung mit einer Themenwoche an. Vom 26. Februar bis am 2. März.

Und geht noch einen Schritt weiter. Um möglichst authentisch zu berichten, wie sich Obdachlosigkeit anfühlt, wie man zu Essen, Kleidern und Wärme kommt, lebt Moderator Dominik Widmer eine Woche lang obdachlos in Zürich! Hör rein, es lohnt sich. In erster Linie geht es darum zu informieren und zu sensibilisieren. Der Protagonist verschafft dem Thema Obdachlosigkeit Gehör. Um konkret etwas gegen die Nöte Obdachloser zu tun, sammeln Radio 24 und die Sozialwerke Pfarrer Sieber Geld für Übernachtungen im Pfuusbus.

Jan 24

Danke 2017

Wir sagen DANKE für jede Unterstützung im vergangenen Jahr. Haben Sie gespendet, Kleider gebracht, Essen geschenkt, Socken gestrickt, gebetet, selber geholfen oder einfach liebe Gedanken an Hilfesuchende formuliert – alles hat zum guten Jahresergebnis beigetragen. Menschen konnte würdevoll und auf Augenhöhe geholfen werden. Herzlichen Dank!

PS: Danke, dass Sie unsere Projekte auch im Jahr 2018 unterstützen.

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