Ursula Vollenweider - SWS - Sozialwerke Pfarrer Sieber

Buchhalterin

Ursula Vollenweider

Seit 1995 arbeitet Ursula Vollenweider für die Sozialwerke Pfarrer Sieber. Zunächst als freiwillige Mitarbeiterin, später als Angestellte. Heute betreut die gelernte kaufmännische Angestellte einen Teil der Buchhaltung und zwei Mitarbeiter in geschützten Arbeitsplätzen und verwaltet die Sachspenden.

Ursula Vollenweider kennt die Sozialwerke Pfarrer Sieber à fond. Ihr Berufsleben begann sie mit einer kaufmännischen Ausbildung. Nach der Lehre und einigen Jahren Berufstätigkeit heiratete sie, wurde Mutter und Hausfrau. Später begann sie wieder teilzeitlich auf einem Büro zu arbeiten und machte eine Massage- und Reiki-Ausbildung. Dann kam der Winter 1994/95, der Ursula Vollenweiders (Berufs-)Leben grundlegend veränderte. Die kranken Drogensüchtigen des Letten waren es, die die Schwerzenbacherin in den Dienst der SWS riefen. Bei der Räumung des Letten stellte sich die Frage, wohin die vielen dort lebenden Süchtigen vorübergehend gebracht werden sollen, bis für sie individuelle Lösungen gefunden wurden. Pfarrer Ernst Sieber brachte die entkräfteten, kranken und frierenden Menschen in Kollbrunn in einer leerstehenden Fabrik unter – in einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurden sie mit einem Extrazug dorthin gefahren. Das Elend und die himmelschreiende Not berührten Ursula Vollenweider. Sie meldete sich als freiwillige Mitarbeiterin und begann in Kollbrunn bei der Betreuung mitzuhelfen.

Sterbende Suchtkranke begleitet

Seit mehr als 16 Jahren ist die dynamische und engagierte Frau nun für Menschen am Rande der Gesellschaft im Einsatz. Zunächst als Betreuerin und Sterbebegleiterin Suchtkranker im Fachspital Sune-Egge, heute als Buchhalterin und administrative Koordinatorin. „Die Begleitung Sterbender ist ein intensives Erlebnis, das an meine Substanz ging, mich aber zugleich zutiefst befriedigte“, sagt Ursula Vollenweider. Irgendwann merkte sie aber, dass sie diese Arbeit zu viel Substanz kostete. So wechselte sie, als sich die Möglichkeit bot, in die Administration. Ihr Herz schlägt aber nach wie vor für Menschen auf der Gasse.  Ihre Arbeit als Buchhalterin bei den Sozialwerken Pfarrer Sieber bezeichnet sie denn auch nicht als Job, sondern als Beruf. „Meine jetzige Tätigkeit hat viel mit Berufung zu tun“, erklärt sie, „darum ist es mehr als ein Job.“ In ihrer Funktion als Buchhalterin auf der Administration hat sie naturgemäss viel mit Zahlen zu tun. Etwas, das Ursula Vollenweider aufgrund ihrer Ausbildung liegt und das ihr Freude macht. Dennoch ist Ursula Vollenweider keine typische Buchhalterin, die sich nur für Zahlen interessiert. Der Kontakt zu Menschen innerhalb und ausserhalb der SWS sind ihr ebenso wichtig. Diese Affinität kommt ihr bei den anderen beiden wichtigen Arbeitsbereichen entgegen, die sie zusätzlich hat, der Betreuung zweier Mitarbeitender in geschützten Arbeitsplätzen und bei der Sachspenden-Betreuung. Letzteres nimmt Ursula Vollenweider zeitlich stark in Anspruch, dürfen die SWS doch immer wieder Sachspenden entgegennehmen. „Da muss ich dann die Abholung und die Verteilung in die Betriebe oder die Einlagerung organisieren. Das ist bisweilen ziemlich zeitintensiv“, sagt sie.

Wenn ich mich um die Buchhaltung kümmere, haben andere mehr Zeit für unsere Klienten.Ursula Vollenweider

Ein Flair für Zahlen und Menschen

Ihre Arbeit für Menschen in Not erfüllt Ursula Vollenweider nach wie vor. Auch nach mehr als 16 Jahren bei den SWS ist sie überzeugt, am richtigen Ort im Einsatz zu sein. „Buchhaltung tönt zwar trocken, aber ich weiss, wie wichtig eine sauber geführte Buchhaltung für ein Unternehmen ist und mag den Umgang mit Zahlen. Daher sehe ich meine Arbeit als Unterstützung für jene, die an der ‚Front‘ arbeiten. Wenn ich mich um die Buchhaltung kümmere, haben sie mehr Zeit für Klienten, und das ist entscheidend.“ Dank ihrer beiden anderen Aufgabenbereiche kommt Ursula Vollenweider auch genügend in Kontakt mit Menschen – seien das Klienten, Mitarbeiter oder Sachspender. „Das macht meine Aufgabe hier abwechslungsreich und interessant.“

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