Alexander Wunderli - SWS - Sozialwerke Pfarrer Sieber

Leiter Pflegestation Sunegarte

Alexander Wunderli

Als Leiter der Pflegestation des Sune-Egge in Egg hat Alexander Wunderli oft mit Papierkram zu tun. Da kommt ihm zugute, dass er einst eine kaufmännische Ausbildung begonnen hatte. Dennoch ist für Alexander Wunderli klar, dass er noch immer am liebsten mit den Patienten arbeitet.

Schon bald war dem jungen Alex Wunderli klar, dass er nicht fürs Büro gemacht ist. Nach dem ersten Ausbildungsjahr als kaufmännischer Angestellter suchte er eine Arbeit, die ihn mehr und direkter mit Menschen in Kontakt bringt. Der Berufsberater machte ihn auf die Pflegeberufe aufmerksam. Am Kantonsspital in Münsterlingen TG machte Alex Wunderli darauf ein Schnupperpraktikum. Es wurde zum Aha-Erlebnis für ihn. So liess er sich um Pflegefachmann ausbilden. Es folgten verschiedene Einsätze in Kliniken und Pflege-Institutionen in Schaffhausen. Im Sommer 2007 wechselte er als Psychiatriepfleger ins Psychiatriezentrum Hard, 2009 in die Akutabteilung der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) Zürich (früher Burghölzli). Zwei Jahre war er dort tätig, bis er dann vom damaligen Pflegedienstleiter des SWS-Spitals Sune-Egge ermuntert wurde, sich doch für eine Stelle bei den Sozialwerken Pfarrer Sieber zu bewerben.

 

Wider den Drehtürhospitalismus

„Gerade die Arbeit auf der Akutstation der PUK machten mir klar, dass das nicht der richtige Weg ist, psychisch kranke Menschen zu betreuen“, erklärt Wunderli. In der heutigen, zunehmend auf ökonomische Werte ausgerichteten Betreuung, zeigten sich immer mehr Absurditäten des Systems. „Unsere Arbeit erkannte ich immer mehr als nutzlos, weil Patienten wegen des Spardrucks möglichst rasch wieder aus der Klinik entlassen werden – nur, um bei den häufigen Rückfällen wieder einzutreten.“ Drehtürhospitalismus heisst das Phänomen, und Alex Wunderli ist längst nicht der einzige, der diese Entwicklung mit Besorgnis und Kopfschütteln beobachtet. Im Sune-Egge fand der junge Pflegefachmann und aufmerksame Beobachter des aktuellen Gesundheitswesens jene Rahmenbedingungen, die seiner Auffassung von Betreuung entsprechen. „Hier geht es um die ganzheitliche Betreuung und Pflege von Patienten – eine zentrale Aufgabe der Pflege, wie ich überzeugt bin.“ Hier erlebe er langfristige Aufbauarbeit, die den Patienten echte Perspektiven für ihre Zeit nach den Klinikaufenthalt ermöglichten.

Wir arbeiten nicht nach Checkliste, sondern nach aktuellen Bedürfnissen.Alexander Wunderli

Ein Wagnis, das sich lohnte

Weil die Platzverhältnisse im Sune-Egge äusserst beschränkt sind, suchte die Spitalleitung für einen Teil der Pflegeabteilung extern Räumlichkeiten. Und fand sie in einer Abbruchliegenschaft in Wetzikon. Dort arbeitete Alex Wunderli zunächst als Pflegefachmann Psychiatrie. Weil der dortige Leiter die Leitung abgeben wollte, bot sich Alex Wunderli die Chance, diese Führungsaufgabe zu übernehmen. „Ich war zunächst etwas unsicher, traute es mir nicht zu, weil ich noch nie eine Leitungsaufgabe auf dieser Stufe hatte.“ Als ihm die Spitalleitung aber auch das Team volle Unterstützung zusicherte, wagte er den Schritt. Und bereute ihn nicht. Auch nicht, als die externe Pflegestation im Sommer 2012 von Wetzikon nach Egg umzog.

 

 

Vertrauen als Basis für Entwicklungen

In Egg gefällt es Alex Wunderli. „Wir arbeiten nicht nach Checkliste, sondern nach aktuellen Bedürfnissen“, beschreibt er die Arbeitshaltung. Das erfordert von den Mitarbeitenden Flexibilität und undogmatisches Handeln. „Unser Ziel ist es, unsere Patientinnen und Patienten weiter zu bringen und sich zu entwickeln.“ In der Arbeit mit den Betreuten spielen daher Beziehungen eine zentrale Rolle, wie Wunderli erklärt. „Beziehungen sind für unsere Patienten wichtig, damit sie ihre oft verschütteten Talente entdecken und fördern können.“ Um aber Beziehungsarbeit machen zu können, ist das Schaffen von Vertrauen unerlässlich. Deshalb sind die Mitarbeitenden im Egg nicht einfach Pflegerinnen und Pfleger, sondern versuchen, für die Patienten ein Art Vertraute zu werden. So erleben die Patienten Erfolge und Misserfolge nicht allein, sondern zusammen mit den Betreuenden. „Wir versuchen solidarisch zu leben, um den Patienten ein Gefühl zu vermitteln, mit ihren Sorgen und Nöten nicht allein zu sein.“ Ein Ansatz, der passt und Erfolge bringt.

 

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