Verena Strausak - SWS - Sozialwerke Pfarrer Sieber

Freiwillige Mitarbeiterin im Pfuusbus

Verena Strausak

Im Pfuusbus und auf den Kältepatrouillen schätzt Verena Strausak die Begegnungen mit Menschen, denen das Schicksal übel mitgespielt hat. Immer wieder wird ihr dabei bewusst, wie wenig es braucht, um aus der Bahn geworfen zu werden.

„Für mich am eindrücklichsten und zugleich bedrückendsten ist es, wenn wir nachts auf Patrouille gehen“, sagt Verena Strausak. „Dann begegnen wir auf tagsüber belebten Plätzen, an Tramhaltestellen, unter Brücken und in Hinterhöfen Obdachlosen und Verwahrlosten. Sie sind plötzlich da, die Unscheinbaren, kommen aus ihren Verstecken und bevölkern die Stadt.“ Viele kennt sie inzwischen mit Namen. Viele haben ihr schon ihre Lebensgeschichten erzählt. „Da wird mir jeweils bewusst, wie wenig es braucht, um aus einer scheinbar geordneten und gefestigten Bahn geworfen zu werden.“ So finden sich unter den Obdachlosen nicht nur Menschen, die in sozial schwachem Umfeld aufgewachsen sind. Auch ehedem erfolgreiche Unternehmer, Akademiker und Kaderleute haben Schicksalsschläge auf die Strasse getrieben.

Wichtig ist, dass wir Menschen begleiten.Verena Strausak

Die eigenen Grenzen kennen

Nach einem Gespräch mit dem Pfuusbus-Verantwortlichen nahm sie Anfang Dezember 2013 ihre Tätigkeit auf. Im Pfuusbus kocht und putzt sie, hilft bei der Eingangskontrolle, hört den Gästen zu, schlichtet Streit und berät, wo ihr Ratschlag gefragt ist. „Wichtig ist, dass wir Menschen begleiten. Die Arbeit an ihrem Leben können wir ihnen aber nicht abnehmen." Diese intensive Arbeit erfordere eine gute eigene Abgrenzung und ein intaktes persönliches Umfeld. 

infografik
8'637 Stunden Freiwilligenarbeit wurden geleistet. Vorallem der Betrieb des Pfuusbus, Brot-Egge und Kältepatrouille wäre ohne dieses grosse Engagement nicht möglich.

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