Christoph Kassel - SWS - Sozialwerke Pfarrer Sieber

Betriebsleiter Sune-Egge

Christoph Kassel

Christoph Kassel leitet den Sune-Egge seit Herbst 2009. Er sorgt dafür, dass im Fachspital für Sozialmedizin und Abhängigkeitserkrankungen eine Atmosphäre menschlicher Anteilnahme und Achtung spürbar ist und die gesellschaftliche Tendenz der Gewinnmaximierung nicht zum dominierenden Thema wird. Trotzdem muss ein verantwortungsvoller Umgang mit den Finanzen gewährleistet sein.

Christoph Kassels Berufsleben begann mit einer Ausbildung als Krankenpfleger. Darauf arbeitete er mehrere Jahre auf seinem Beruf in verschiedenen Spitälern, so im Universitätsspital Zürich, im Kantonsspital Winterthur und zuletzt in der Klinik Hirslanden. Berufsbegleitend besuchte Christoph Kassel diverse Führungsaus- und Weiterbildungen und erlangte zuletzt einen Master in General Healthcare Management. Im Laufe seiner Berufstätigkeit störte sich der sportliche Familienvater zunehmend an der Ökonomisierung in Medizin und Krankenpflege. „Ich begann, nach einer Arbeit zu suchen, in der ich einerseits Führungsaufgaben übernehmen kann, bei der andererseits aber christliche Werte wie Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe gelebt werden können.“ Ein Freund war es dann, der ihn auf die ausgeschriebene Stelle im Sune-Egge aufmerksam machte.

Gleichermassen für Patienten und Mitarbeiter da

Seit Herbst 2009 steht Christoph Kassel dem Sune-Egge vor. Zentrale Aufgaben in seinem Alltag sind die Führung des Betriebs sowie die Vernetzung des Sune-Egge innerhalb der Sozialwerke Pfarrer Sieber (SWS) und dem Gesundheitswesen in Stadt und Kanton Zürich. „In unserem Umfeld bedarf es eines besonderen Abstimmungsgrades“, erklärt er. Nur so liessen sich die Aufgaben eines spezialisierten Fachspitals, wie es der Sune-Egge ist, sinnvoll erfüllen. „Unsere Inhalte passen nicht einfach in das klassische Gesundheitssystem und müssen deswegen immer wieder erklärt werden“, sagt Kassel. Diese Arbeiten nähmen viel Zeit in Anspruch und seien bisweilen ziemlich aufreibend. “Leider bin ich momentan zuviel mit administrativen und planerischen Arbeiten beschäftigt, so dass die internen Begegnungen für meinen Geschmack zu kurz kommen.“ Vermiesen lässt er sich seinen Alltag deswegen aber nicht. Grundsätzlich hat Christoph Kassel im Sune-Egge ein Umfeld gefunden, das seinen Ansprüchen an das Leitmotiv “Mensch im Mittelpunkt“ entspricht. Dabei betont er, dass für ihn als Leiter nicht nur die Beziehungspflege mit den Patienten wichtig sei, sondern auch jene zu seinen Mitarbeitenden. „Grundsätzlich ist mir die Begegnung mit meinem Nächsten wichtig – unbesehen davon, ob er Patient oder Mitarbeiter ist." Unterschiedlich seien wohl die Berührungspunkte; jede und jeder aber sei gleichermassen ein Gegenüber.

Ich möchte Menschen immer wieder
neue Chancen geben.
Christoph Kassel

Fehler nicht bagatellisieren, aber auch nicht überbewerten

Durch seine Arbeit mit suchtkranken Menschen sind Christoph Kassel gewisse Themen im Leben wieder wichtiger geworden. „Mir wird immer wieder bewusst, wie gut ich es habe und wie sehr ich auf andere Menschen angewiesen bin“, sagt er dazu. Für sich leitet er daraus eine Verantwortung jenen gegenüber ab, die in schwierigen Lebenssituationen sind. Christoph Kassel ist überzeugt, dass jeder in seinem Leben Gelegenheiten verpasse und falsche Entscheidungen treffe, was an sich nichts Verwerfliches sei. Den Menschen diese Fehler nicht zu verzeihen hingegen, ist für ihn unverständlich und kontraproduktiv. „Ich möchte jenen, die bei uns landen, immer wieder Chancen eröffnen, ohne die Fehler einfach zu bagatellisieren.“ Das sei zwar nicht immer einfach, aber nötig, damit Menschen den Mut zum ernsthaften Neuanfang nicht verlieren würden. „Meine jetzige Arbeitsstelle hat mir das so bewusst gemacht, wie noch keine andere zuvor.“

infografik
13'685 Pflegetage wurden im Fachspital Sune-Egge verbucht. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 72.8 Tage und die Auslastung lag bei 85.75 %.

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