Michael Meier - SWS - Sozialwerke Pfarrer Sieber

Administrativer Leiter Sunedörfli

Michael Meier

Michael Meier mag Menschen. Im Sunedörfli, wo er seit Herbst 2012 Co-Leitung ist, schafft er die Voraussetzungen, damit ehemalige Drogenkranke den Wiedereinstieg ins Berufs- und Gesellschaftsleben schaffen können.

Michael Meier weiss, was arbeiten heisst. Er, der im Ruhrgebiet aufgewachsen ist, hat früh gelernt durchzubeissen. „Ich bin ein Arbeiterkind – und ich bin stolz darauf“, sagt er zu seiner Herkunft. Seine ersten Schritte im Erwerbsleben machte er als Elektriker in einer Werkstatt der Deutschen Bahn. Bald jedoch merkte er, dass er nicht nur zwei kräftige Hände hat, die zupacken können, sondern auch ein ausgeprägtes Interesse und ein gutes Gespür für Menschen. Rasch reifte in ihm der Entschluss, auf dem zweiten Bildungsweg Sozialwissenschaften zu studieren. Sein Studium finanzierte er sich vollständig selbst, indem er nebenbei arbeitete.

Die Liebe zieht ihn in die Schweiz

Eigentlich wollte der junge Sozialwissenschafter nach seiner Ausbildung eine Stelle im Ruhrgebiet suchen. Eine Reise in die Schweiz änderte aber sein Leben. Hier traf er eine Frau, die ihn in ihren Bann zog und nicht mehr losliess. So zog er 1992 nach Zürich und fand eine Stelle in einer IV-Integrationswerkstatt im Zürcher Unterland. Berufsbegleitend machte er in der Schweiz eine Therapeuten- und eine Managementausbildung. Von 2004 bis 2012 arbeitete er dann als Teamleiter eines niederschwelligen Integrationsbetriebs am rechten Zürichseeufer. Mit Drogenkranken und Asylbewerbern besorgte er bei Kunden Gartenarbeiten oder Zügelaufträge. „Die Niederschwelligkeit der Arbeit war unser Trumpf. Bei uns konnten Menschen ohne grosse Vorleistung mitmachen und so etwas zu ihrem Lebensunterhalt beitragen.“

Ich mag ehrliche, harte ArbeitMichael Meier

Kein Weg ist ihm zu weit

Seit Sommer 2012 ist Michael Meier im Sunedörfli tätig. Mit Begeisterung ist er hier in der Co-Leitung zuständig für die administrativen Belange des Rehabilitationszentrums in Hirzel. „Was wir hier machen, ist Knochenbüez“, sagt Meier und strahlt. Er hat hier somit ein Umfeld gefunden, das dem geerdeten und humorvollen Mann mit der stattlichen Postur vertraut und lieb ist. „Ich mag ehrliche, harte Arbeit. Hier im Sunedörfli fühle ich mich darum sehr wohl.“ Daran vermag auch der etwas umständliche Arbeitsweg aus Zürich ins Sihltal nichts zu ändern. Diesen Kompromiss gehe er als Vater zweier schulpflichtiger Kinder gerne ein. „Dafür gehört meine Freizeit meiner Familie.“

Erfolge, die allen nützen

Was er mit „Knochenbüez“ meint, erklärt Meier so. „Es ist ein langer, steiniger Weg, den ein ehemaliger Drogenkranker vom Entzug bis zur gelungenen Wiedereingliederung in die Gesellschaft zurücklegen muss. Nicht alle schaffen das, auch wenn Betreuerinnen und Therapeuten alles Erdenkliche dafür tun. Wenn es dann aber immer mal wieder einer schafft, hat sich unser Einsatz gelohnt.“ Auch und besonders für die Betroffenen und die Gesellschaft. Letztere würde nicht nur finanziell entlastet, sondern gewinne ein gereiftes Mitglied zurück.

infografik
11 Menschen nahmen im Rehabilitationszentrum Sunedörfli an einer Therapie teil mit dem Ziel, suchmittelabstinent zu leben.

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