George Angehrn - SWS - Sozialwerke Pfarrer Sieber

Betriebsleiter Ur-Dörfli

George Angehrn

George Angehrn ist Betriebsleiter der Suchthilfeeinrichtung Ur-Dörfli in Pfäffikon ZH. Hatte er als Küchenchef des Grand Hotel Dolder früher mit den oberen Zehntausend zu tun, dient er heute Menschen auf der Schattenseite des Lebens.

George Angehrn ist ein Mann der Tat. Was er anpackt, macht er richtig. Das war schon zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn als Koch so. Nachdem der gebürtige Amerikaner die Hotelfachschule Belvoir in Zürich absolviert und bei Paul Wannenwetsch in der Wädenswiler Eichmühle die Kochlehre gemacht hatte, wollte er es wissen und heuerte gleich beim Grand Hotel Dolder in Zürich an. 25 Jahre sorgte er dann dafür, dass die bessere Gesellschaft im Dolder in den Genuss erstklassiger Küche kam, die letzten 13 Jahre davon als Küchenchef.

Von den oberen Zehntausend zu jenen am Rand der Gesellschaft

Mit der Hektik in der Erstklass-Küche kam George Angehrn problemlos zurecht. Immer mehr zu schaffen machte ihm das zunehmende Shareholder-Value- Denken im Betrieb. Der naturverbundene Mann machte sich Gedanken über den Sinn seiner Tätigkeit. Er schaute sich nach einer neuen Herausforderung im sozialen Bereich um. Verschiedene Möglichkeiten taten sich ihm auf. Er wählte die Stelle eines Kochs im Ur-Dörfli von Pfarrer Ernst Sieber. „Meine Frau und ich haben eine massive Lohneinbusse in Kauf genommen“, sagt George Angehrn. „Für mich aber war sofort klar, dass ich hier Menschen dienen kann, die nicht das Glück hatten, das ich in meinem Leben habe.“ Er bekam die Stelle in der Suchthilfeeinrichtung, in der Drogenabhängige Obdach und Betreuung finden. Ein ungewöhnlicher Wechsel für einen, der in einem renommierten Betrieb zu den Arrivierten zählte. „Ich wollte der Gesellschaft etwas zurückgeben“, erklärt Angehrn, „als Dank für das wunderbare Leben, das ich bisher geniessen durfte.“

Ich will der Gesellschaft etwas zurückgeben.George Angehrn

Administrator im Dienste anderer

So begann er im Ur-Dörfli als Koch. Nach einer Weiterbildung übernahm er die Leitung des Betriebs mit seinen 29 Plätzen. Heute besteht der Arbeitsalltag von George Angehrn vor allem aus administrativen Arbeiten, der Personalführung, der Kassenverwaltung und der Öffentlichkeitsarbeit. Als Mitglied der SWS-Geschäftsleitung ist er aber auch in die Gesamtverantwortung der Sozialwerke eingebunden. Nach wie vor schätzt George Angehrn die täglichen Kontakte mit den Ur-Dörfli-Bewohnerinnen und -bewohnern, auch wenn diese wegen seiner vielen Führungsaufgaben nicht mehr so intensiv und persönlich sind, wie er gerne hätte. „Wichtig ist, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zeit für unsere Bewohner haben. Meine Aufgabe besteht darin, ihnen diese Zeit zu verschaffen, indem ich sie von möglichst viel administrativen Aufgaben befreie.“

Die Menschen nie aus den Augen verlieren

George Angehrn bereute seinen Wechsel von der gehobenen Gesellschaft zu den sozial Schwächsten noch nie. „Im Ur-Dörfli kann ich jenen dienen, die es nicht so gut haben wie ich. Und das motiviert mich jeden Tag aufs Neue.“ Ihm ist wichtig, dass er die Menschen trotz der vielen administrativen Arbeit nicht aus den Augen verliert. Für George Angehrn ist klar, dass sich sein Berufswechsel gelohnt hat. Auch wenn er als Leiter der Suchthilfeeinrichtung mit 24-Stunden-Betreuung nie wirklich Feierabend hat, empfindet er die Arbeit weniger belastend als damals, als er im Dolder Küchenchef war. Und seine heutigen „Kunden“ sind mindestens so dankbar für seinen Einsatz wie damals die Mitglieder der High Society.

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