SWS-Notschlafstelle in Urdorf im November voll belegt
- Nachfrage nach Notschlafplätzen ausserhalb der Stadt Zürich unverändert hoch
Am 2. November 2009 eröffneten die Sozialwerke Pfarrer Sieber (SWS) in den ehemaligen Räumlichkeiten der Suchthilfeeinrichtung Ur-Dörfli für das Winterhalbjahr 2009/2010 die provisorische Notschlafstelle ′Nachtliecht′. Bereits im ersten Betriebsmonat November verzeichnete die Notschlafstelle insgesamt 273 Übernachtungen und war damit jede Nacht praktisch zu 100% belegt. Die Nachfrage nach Notschlafplätzen ausserhalb der Stadt Zürich erwies sich damit erwartungsgemäss als unverändert hoch.
Nachdem die vom Ur-Dörfli im Auftrag des Limmattaler Gemeindeverbands betriebene Notschlafstelle Ende Oktober nicht an den neuen Ur-Dörfli-Standort Pfäffikon ZH umziehen konnte, eröffneten die SWS in Urdorf mit beträchtlichem finanziellem und personellem Zusatzaufwand eine provisorische Notschlafstelle. Dies um zu verhindern, dass im Kanton Zürich rund ein Dutzend dringend benötigter Notschlafplätze verloren gehen würden. Die Erfahrungen des ersten Monats belegen nun klar, dass diese Einschätzung und die Anstrengungen der SWS zur provisorischen - leider befristeten- Weiterführung einer kantonalen Notschlafstelle in Urdorf berechtigt waren.
Von den insgesamt 273 Übernachtungen im November entfielen 248 Übernachtungen auf Personen, die in 11 Gemeinden im Kanton Zürich angemeldet waren. Unter den 248 Übernachtungen von Personen aus 11 Gemeinden des Kantons Zürich entfielen
· 50 Übernachtungen auf 3 Gemeinden der Region Limmattal
(Dietikon 20, Schlieren 15, Urdorf 15),
· 45 Übernachtungen auf 3 Gemeinden der Region Glatttal
(Wallisellen 25, Glattbrugg 14, Dübendorf 6),
· 34 Übernachtungen auf 3 Gemeinden der Region Zürcher Oberland
(Wald 18, Uster 15, Wetzikon 1) und
· 33 Übernachtungen auf 2 Gemeinden der Region Zürichsee
(Wädenswil 29, Ottenbach 4).
7 Übernachtungen entfielen auf Personen, die aus anderen Kantonen kamen (LU, SZ, SG) sowie 18 Übernachtungen auf Personen ausländischer Herkunft (Deutschland, Österreich, Rumänien und Slowakei). Insgesamt wurden je über 300 Nachtessen und Frühstücke abgegeben, welche aus der Küche des SWS-Fachspitals ′Sune-Egge′ zugeliefert wurden.
Die SWS weisen nochmals darauf hin, dass das Problem mangelnder Notschlafplätze im Kanton Zürich keineswegs gelöst ist. Sie bitten Kanton und Gemeinden dringend um Unterstützung in ihren Anstrengungen zugunsten von obdachlosen, suchtmittelabhängigen oder sozial benachteiligten Menschen, die ohne Wohnung auf entsprechende Hilfsangebote angewiesen sind. Der Betrieb der provisorischen Notschlafstelle ′Nachtliecht′ in Urdorf ist bis Mitte April 2010 befristet und kostet für die vorgesehene Betriebszeit rund Fr. 315′000.--, die von den SWS mehrheitlich über Spenden gedeckt werden müssen. Was mit den bis zu fünfzehn ′Nachtliecht′-Notschlafplätzen anschliessend geschehen soll, ist bis zur Stunde noch ungelöst.
Weitere Auskünfte
Mark Wiedmer, Kommunikationsbeauftragter SWS, Info-Linie 078 692 50 54