Markus - SWS - Sozialwerke Pfarrer Sieber

Markus

Markus F. verlor Job und Wohnung. Er drohte, obdachlos zu werden. Zum Glück hörte er von Brothuuse, wo er ein vorübergehendes Daheim fand. Auch dank der Unterstützung durch die Sozialwerke Pfarrer Sieber fand er nach drei Jahren intensiver Suche schliesslich eine neue Stelle und eine eigene Wohnung.

„Vor gut fünf Jahren war mir meine damalige Wohnung gekündigt worden. Mein Pech war, dass ich damals stellenlos und auf Jobsuche war. Ohne feste Anstellung findet man aber keine Wohnung. Das musste ich bitter am eigenen Leib erfahren. Mit jedem Tag wurde meine Lage verzweifelter. Niemand konnte mir helfen. Auch beim Sozialamt wussten sie mir keinen Rat. In meiner Not erinnerte ich mich daran, an der Militärstrasse einst ein Schild der Sozialwerke Pfarrer Sieber gesehen zu haben. So machte ich mich auf zur Anlaufstelle Sunestube. Eine Mitarbeiterin wies mich dort auf Brothuuse hin, das eben eröffnet worden war.

Und so fand ich in der Wohnsiedlung in Zürich-Affoltern in letzter Minute eine Bleibe. Dass ich hier viereinhalb Jahre bleiben würde, hätte ich mir nie gedacht. Doch die Suche nach einem neuen Job und einer Wohnung war fast aussichtlos. Als Maurer arbeiten konnte ich nicht mehr. Dazu ist mein Rücken zu kaputt. Und eine andere Ausbildung habe ich nicht. Ich bewarb mich zwar fleissig. Aber nach der 100. Absage verlor ich allmählich die Hoffnung. Gegen Studenten und gut verdienende Singles hatte ich als Arbeitsloser keine Chance.

Dank der Unterstützung der Sieber-Leute fand ich schliesslich im Februar eine Stelle als Hauswart in einem Schulhaus der Stadt Zürich. Ich bin total happy. Jeden Tag freue ich mich auf die Arbeit. Ich hatte noch keinen Tag, an dem ich nicht gerne hingefahren bin. Dabei muss ich täglich um halb fünf aufstehen. Aber was ich mit den Kindern an Fröhlichkeit und Dankbarkeit erlebe, stellt mich einfach auf. Wenn es sich ergibt, lasse ich die Kinder gerne mithelfen. Ich zeige ihnen, wie man Löcher bohrt oder Nägel einschlägt. Das finden die Knirpse total spannend. Kinder und Eltern scheinen mich gern zu haben. Wenn ich auf dem Nachhauseweg auf den Bus warte und mich Mütter mit ihren Kindern sehen, winken mir die Kleinen oft zu und rufen „Hallo, Markus!“. Wenn mich die Mütter noch nicht kennen, blicken sie zunächst meist sehr skeptisch.

Sie fragen sich wohl, weshalb ihre Kindergärtler einen unbekannten Mann kennen. Wenn ich mich dann vorstelle, freuen sie sich. Die Verbundenheit der Eltern ist umwerfend. Als sie erfuhren, dass ich auf Wohnungssuche bin, haben sich etliche für mich bei Hausverwaltungen stark gemacht. Und – das Glück fand mich. Und ich eine 1,5-Zimmer-Wohnung. Ich freue mich, endlich wieder in eigenen vier Wänden wohnen zu können. Natürlich war ich damals einfach froh, in Brothuuse ein Dach über dem Kopf gefunden zu haben. Doch das Zusammenleben in einer engen WG mit Menschen, die man sich nicht ausgesucht hat, ist anstrengend. Vor allem, wenn Süchtige dabei sind. Unsere 7er-WG hat am Schluss aber sehr gut funktioniert. Die Betreuer von Brothuuse machen ihre Sache sehr gut. Ich bin ihnen für ihre Unterstützung sehr dankbar.“

Aufgezeichnet von Walter von Arburg

Markus Geschichte teilen:


Newsletter abonnieren

Einfach E-Mail eintragen - unser Newsletter erscheint 4x jährlich.
Eintragen