Freude an Freunden

Hunderte Interessierte erschienen am 14. Dezember zum Tag der offenen Tür unseres Pfarrer-Sieber-Huus. Freunde von der Gasse, Nachbarn sowie Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft kamen, um unser neues Gassenzentrum zu besichtigen.

Am 14. Dezember weihten wir unser renoviertes und umgebautes Haus im Kreis 5 unweit des Zürcher Hauptbahnhofs ein. Und dies trotz jüngst aufgetretener Bauverzögerungen. Zwar waren diese am Tag der offenen Tür unübersehbar. Der Endspurt liegt also noch vor uns. Davon liess sich die Festgemeinde die Freude am neuen Haus aber nicht nehmen. Zumal die von unserem Seelsorgeteam vorgenommene Segnung des Hauses (Bild) und die mit farbigen Ballonen und Girlanden liebevoll geschmückten Räume so richtig Freude verströmten. Vor allem die vielen Gäste von der Gasse machen deutlich, welchen Stellenwert das neue Haus für sie haben wird. Neugierig und freudig besahen sie sich, was sie ab 19. Januar an der Konradstrasse erwarten wird. Dann werden wir den Betrieb im neuen Haus aufnehmen. Und es wird einen weiteren Wandel in der Nutzungsgeschichte geben. Die Konradstrasse 62 war zunächst Notunterkunft und Sterbehospiz. Später beherbergte es das Fachspital Sune-Egge. Ab 19. Januar wird es zu einem Gassenzentrum mit Café, Beratungsangeboten, Kleiderabgabe, Duschen und Wohnungen für Randständige. 

Zu Ehren unseres Stiftungsgründers
Das Haus trägt den Namen Pfarrer-Sieber-Huus und vergegenwärtigt damit die Bedeutung der Arbeit des landesweit bekannten Obdachlosenpfarrers für die Stadt Zürich. Im Haus, in welchem bis vor einem Jahr das Fachspital Sune-Egge untergebracht war, steht Menschen vom Rande der Gesellschaft ab 17. Januar das Gassencafé Sunestube, Sozialberatung, Seelsorge, ein medizinisches Beratungsangebot, ein Kleiderladen, Duschen sowie Atelier- und Werkräume zur Verfügung. Zusätzlich vermietet das Sozialwerk Pfarrer Sieber im Haus 14 kleine Wohnungen an Menschen, die aufgrund ihrer Lebenssituation keine Chance auf dem Wohnungsmarkt in der Stadt Zürich haben. 

Wo die Stiftungsgeschichte ihren Anfang nahm
Im Keller der Liegenschaft hatte Pfarrer Ernst Sieber ab 1988 Kranke und Sterbende der offenen Drogenszene des nahe gelegenen Platzspitz’ aufgenommen und pflegen lassen. Später vermachten ihm die Besitzer das Haus, und er richtete darin den Sune-Egge ein. Die Liegenschaft markiert den Beginn der Stiftungsgeschichte des Sozialwerks Pfarrer Sieber. 

Gründung einer Jugendanlaufstelle
Besonders für das Gassencafé Sunestube, das heuer seinen 30. Geburtstag feiert, bedeutet das Pfarrer-Sieber-Huus eine Zäsur. Gäste und Personal freuen sich riesig auf eine im Vergleich zum engen Lokal an der Militärstrasse mit seinen 24 Plätzen deutlich geräumigere Gaststube an der Konradstrasse mit dann 35 Sitzmöglichkeiten. Den für seine Gassenarbeit wichtigen Standort im Langstrassenquartier gibt das Sozialwerk Pfarrer Sieber nicht auf. Nach dem Auszug der Sunestube aus dem Lokal an der Kreuzung Militär-/Langstrasse werden die Räume renoviert und ab Februar 2026 in Ergänzung zur stiftungseigenen Jugendnotschlafstelle als neue Tagesanlaufstelle für Jugendliche genutzt.