Gemeinsam statt einsam

Am 30. November fand im Hotel Marriott in Zürich eine grosse Adventsfeier für Randständige statt. Betreut von Mitarbeitenden des Marriotts und des Sozialwerks Pfarrer Sieber, genossen rund 600 Obdachlose, Vereinsamte und Arme den zur Tradition gewordenen Anlass bei köstlichen Speisen, Musik und Unterhaltung.

Zum 21. Mal luden das Marriott-Hotel Zürich und wir Suchtkranke, Obdachlose und Vereinsamte zu einer unvergleichlichen Adventsfeier ins Luxushotel am Ufer der Limmat ein. Auch dieses Jahr kamen die Gäste in Scharen. Rund 600 Personen fanden sich am 1. Advent im Marriott ein und vergassen für einige Stunden ihren von Armut, Sorgen und Einsamkeit geprägten Alltag. Das Hotelpersonal um Direktor Daniel Lehmann, das diesen Grossanlass jeweils in seiner Freizeit stemmt, zeigte einmal mehr ein riesengrosses Herz für Bedürftige und geizte nicht mit erstklassiger Küche und gelebter Gastfreundschaft.

Ein würdiger Rahmen
Nebst erlesener Kulinarik wurde den Gästen ein würdiges Rahmenprogramm geboten. So überbrachte Regierungsrätin Carmen Walker Späh eine Grussbotschaft der Zürcher Kantonsregierung. Die Volkswirtschaftsdirektorin betonte, dass der Anlass eigentlich exemplarisch für unsere Gesellschaft stehe: Trotz aller Verschiedenheit gehörten letztlich alle zusammen, und ein Anlass wie dieser funktioniere nur dann für alle erfüllend, wenn man die Gemeinsamkeiten suche und nicht das Trennende. Unser SWS-Seelsorgetrio Andreas Käser, Corinne Dobler und Claudia Rüegg rief den Anwesenden den Sinn von Weihnachten in Erinnerung, und die Barber Angels, ehrenamtlich arbeitende Coiffeusen und Coiffeure, rasierten und frisierten rund 100 Gäste gratis. Viel Applaus erntete das Duo Thometi mit seinen beschwingten Klängen. Laut applaudierter Höhepunkt des Nachmittags war die filmische Rückblende auf einen von Pfarrer Siebers Fernsehauftritten zur Weihnachtsbotschaft.

Gemeinschaft, die guttut
Für Menschen, die arm, obdachlos, suchtkrank oder einsam sind, ist die Adventszeit besonders schwierig. Meist nehmen sie ihre Vereinsamung in dieser emotionalen Jahreszeit am erbarmungslosesten wahr. Die Marriott-Adventsfeier ist für sie darum ein Lichtblick in dunkler Zeit. Die Gäste bilden für einen Nachmittag ganz im Sinne unseres Stiftungsgründers eine Art grosse Familie und erleben so, was in ihren Leben sonst fehlt: Gemeinschaft. So genossen sie heute nicht nur das reichhaltige Buffet, musikalische Unterhaltung und die Weihnachtsbotschaft, sondern auch das Zusammensein.