Berührende Begegnungen
Mit sicherer Hand zaubert Manuela Gjukaj einer Schärme-Bewohnerin einen frischen, mutigen Sidecut. Während die Haare fallen, entsteht ein Gespräch über Gott und die Welt.
Seit Jahren kommt die erfahrene Coiffeuse mit eigenem Coiffeurgeschäft an der Zürcher Eichbühlstrasse alle sechs Wochen in die Wohneinrichtungen Schärme und Brothuuse, um den Bewohnerinnen und Bewohnern kostenlos die Haare zu schneiden.
Die Warteliste ist jedes Mal im Nu voll. Die Menschen kommen nicht nur wegen der Frisur – sie kommen wegen Manuela. Wegen ihrer offenen Art, ihres ehrlichen Interesses und ihres riesigen Herzens. Was oft wie ein Klischee klingt, wird hier zur Realität: Der Coiffeuse erzählt man Dinge, die man sonst kaum jemandem anvertraut. Und Manuela nimmt dieses Vertrauen ernst. Für sie ist klar: «Was mir anvertraut wird, bleibt im Raum. Punkt.»
Zu ihrer Motivation für diese Freiwilligenarbeit befragt, sagt sie: «Ich wollte etwas für Menschen tun, die sich einen Coiffeurbesuch nicht leisten.» Sie hat den Schritt nie bereut. Im Gegenteil: «Diese Begegnungen berühren mich tief.»
• Walter von Arburg, Leiter Kommunikation