Mit Liebe zu den Menschen
Barbara Leuthold ist als stellvertretende Leiterin eine von sechs festangestellten Pfuusbus-Mitarbeitenden.
Zusammen mit über hundert Freiwilligen sorgt sie dafür, dass unsere Gäste im Pfuusbus auch während der Corona-Pandemie eine Oase der Warmherzigkeit finden. Das tönt einfacher, als es ist. In der laufenden Saison suchen auffallend viele süchtige und psychisch erkrankte Obdachlose Schutz im Pfuusbus. Ob und wie Corona hier eine Rolle spielt, ist für Barbara Leuthold noch nicht klar. Fakt ist aber, dass es immer mal wieder laut wird. «Das ist für uns alle eine grosse Herausforderung», sagt die frühere Personalvermittlerin und Mutter dreier erwachsener Kinder. Corona verlangt von allen zusätzliche Disziplin. Das macht die Betreuungsaufgabe noch anspruchsvoller, als sie es ohnehin schon ist.
2015 engagierte sich Barbara Leuthold erstmals im Pfuusbus. Die Frau mit dem trockenen Humor hat daher inzwischen eine Portion Erfahrung darin, wie mit dem unkonventionellen Verhalten vieler Gäste umzugehen ist. «Für mich ist wichtig, Menschen zu akzeptieren, wie sie sind – solange es für die Gemeinschaft im Bus zumutbar ist.» Im Pfuusbus müssten viele verschiedene Menschen auf kleinstem Raum sozialverträglich zusammenleben, trotz ihrer Krankheit oder Sucht. «Deshalb ist es nötig, allzu originellem Verhalten ab und zu Einhalt zu gebieten. Etwa dann, wenn jemand lauthals singt, mit blossen Händen in die Teigwaren im Wärmebehälter greift oder jemand Mitarbeitende und Mitbewohner wüst beschimpft. Die Gemeinschaft muss geschützt werden. Eine Portion Humor und Verständnis hilft da bereits oft.»
Man müsse sich als Betreuerin oder Betreuer Respekt verschaffen, ohne respektlos mit den Menschen umzugehen. Respekt. Dieses Wort hört man immer wieder, wenn man mit Barbara Leuthold über ihre Arbeit im Pfuusbus spricht. Ihr Interesse für Menschen ist offenkundig. Ein Helfersyndrom hat sie aber nicht. «Ich begegne allen gleich, ob Bankdirektor oder Obdachlosem.»
- Walter von Arburg, Leiter Kommunikation