Im Gespräch mit Barbara Ludwig

Dr. Barbara Ludwig (*1958) ist Juristin und war während ihrer Berufslaufbahn u.a. Direktorin des Flughafengefängnis, Mitglied des Jugoslawientribunals in Den Haag und Leiterin bei Schutz und Prävention der Stadt Zürich.

Sie waren u.a. Gefängnisdirektorin, Mitglied des Jugoslawientribunals in Den Haag und Leiterin bei Schutz und Prävention der Stadt Zürich. Warum diese doch höchst unterschiedlichen Mandate?

Menschen und ihre Schicksale haben mich immer am meisten interessiert. Dabei machte es für mich nie einen Unterschied, welcher Umstand dazu geführt hat, dass Menschen ein sehr unterschiedliches Leben führen können.

Wann sind Sie Pfarrer Sieber erstmals begegnet?

Als ich beim Schweizerischen Roten Kreuz Sektion Zürich den ersten privaten Fixerraum eröffnen durfte, habe ich das zusammen mit Ernst Sieber und Hannes Lindenmeyer (damals SAH) gemacht. Wir haben vor der Hauptwache Urania in zwei Baucontainern den ersten privaten Fixerraum in Zürich konzipiert, eröffnet und geführt. Dieser Fixerraum war der Vorläufer der heutigen Kontakt- und Anlaufstellen der Stadt Zürich. Die damalige Stadträtin Emilie Lieberherr wollte, dass so ein Experiment zuerst von den NGOs auf die Beine gestellt wird, damit sie dann guten Gewissens das Sozialdepartement mit etwas Ähnlichem betrauen konnte.

Was löste das bei Ihnen aus?

Der Spruch «Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied» stimmt nur begrenzt.

Wie beurteilen Sie unsere Arbeit?

Sie ist wichtig, wertvoll und notwendig.

Welche Rolle soll das Sozialwerk Pfarrer Sieber Ihrer Meinung nach heute spielen?

Als Ergänzung zur öffentlichen Hand und Experimentierfeld für neue Denkansätze.